Akki - Aktion & Kultur mit Kindern e.V.
Einrichtung kultureller Bildung in Düsseldorf

Sachbericht Düsseldörfchen – Stadt der Kinder 2013

725 Jahre Düsseldorf: So wie die Stadt Düsseldorf das Jubiläumsjahr als Anlass nimmt, in die Vergangenheit zu schauen, begibt sich auch das Düsseldörfchen in diesem Jahr auf eine Zeitreise ins Mittelalter.

Das neu konzipierte Museumsdorf mitten im modernen Düsseldörfchen mit Burg, Zünftehaus, Gauklern & Badern bietet Geschichte „zum Anfassen“ mit viel Atmosphäre. Das Museumsdorf zeigt den harten Alltag (in Maßen) als auch die abenteuerlichen und geheimnisvollen Geschehnisse des Mittelalters.

Durch eine erneute Vergrößerung erobern in diesem Sommer erstmals 290 Kinder die Kinderstadt und verwirklichen in 18 Spielbereichen und zahlreichen eigenen Unternehmungen ihre Vorstellungen. „Düsseldörfchen“ ist zwar orientiert am Vorbild, der Großstadt Düsseldorf, in der die Kinder leben, aber es wird ganz nach den Ideen und Interessen der Bürgerinnen & Bürger belebt und im Detail ausgestaltet.

Wie gewohnt hat das Düsseldörfchen alles, was zu einer funktionierenden Stadt dazugehört: Im Rathaus werden vom ersten Tag an engagierte Bürgermeisterkandidaten gesucht. Und trotz großer Hitze finden sich auf Anhieb zwei motivierte Parteien, die „Düsseldörfler“ und „Die holden Buben“, die im Wahlkampf gegeneinander antreten. Ob es das Versprechen ein Stadttor zu bauen, die Ankündigung eine Chillerlounge einzurichten oder der charismatische Bürgermeisterkandidat Pascal war, der die Wählerschaft überzeugen konnten? Jedenfalls entscheiden die „Düsseldörfler“ die erste Wahl mit deutlicher Mehrheit für sich und widmen sich fortan der Umsetzung ihrer Wahlversprechen, die stets die Verschönerung der Stadt im Focus haben

Bei den holzverarbeitenden Werkstätten herrscht wieder Hochbetrieb. Wer den Werkzeugführerschein besitzt, kann im Autowerk Seifenkisten bauen oder in der Fabrik seinen eigenen Stuhl oder ein Insektenhotel herstellen. Bei Hoch & Tief werden Häuser gezimmert. Farbe ins Spiel bringt die Kunstakademie. Hier werden langweilige Häuser zu Schlössern und triste Seifenkisten zu flotten Flitzern und es gibt jede Menge Raum für freie Kunst. Vor allem Action Paintings treffen den Geschmack der Kunstfreunde.

Im Restaurant produzieren die Bäcker und Köche köstliche Leckereien und versorgen damit die Stadtbewohner gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Der Juwelier mit dem malerischen Namen “Schein, Schimmer & Glimmer“ produziert schöne Dinge vom Glitzerschmuck über Papierflieger bis zum Pokal. Handytaschen und Trinkflaschenhalter, die im Modehaus genäht worden sind, kommen sofort zum Einsatz.

Alle Betriebe bezahlen ihre Mitarbeiter mit Düsseleuros, die bei der Bank eingezahlt und für schöne Dinge aber auch für Lizenzen, Gebühren und Steuern  wieder ausgegeben werden können und müssen.

Um bei allen Geschehnissen immer auf dem Laufenden zu sein, empfiehlt sich ein Abo von „Akki Aktuell“, der Düsseldörfchen Zeitung. Ob Bürgermeisterwahl, Modenschau oder Südpark-Rallye – rasende Reporter sind immer mit dabei und berichten täglich.

Unter dem Slogan “Mittelalter leben und erleben“ sucht das Museumsdorf Mitarbeiter, die in historischen Rollen schlüpfen, um Besuchern mit unterhaltsamen Darbietungen und handwerklichen Mitmach-Aktionen das Mittelalter näher zu bringen.

Zunächst steht der Ausbau des Dorfes auf dem Programm. Es werden Zäune errichtet, um das Dorf eindeutig von der modernen Stadt abzugrenzen, Eingangstore und Schilder werden gebaut, Fahnen und Wappen bemalt, Kostüme anprobiert und verteilt. Jeder Morgen beginnt mit einer großen Runde, in der allen Museumsmitarbeitern mittelalterliche Sprache und historisches Wissen vermittelt wird, bevor sich alle in ihre Werkstätten verteilen. Beim Zünftehaus wird Lehm gestampft, um das Fachwerkhaus samt Ofen zu errichten, die Bader stellen Badesalze her und lernen Masssagekünste, die Gaukler üben sich in „mystischer Magie“ und Jonglage, die Burg stellt allerley Waffen und Ritterrüstungen her und baut ein Gehege für das Getier (Hühner und Kaninchen).

Besonderes Highlight jeder abendlichen Stadtversammlung ist die Darbietung von verkleideten und mit Instrumenten ausgestatteten Museumskindern, die mit viel Tam Tam und augenzwinkernd den Ursprung von Sprichwörtern im Mittelalter vorführen.

Und was wäre das Düsseldörfchen ohne seine Märkte und Feste? Diese Ereignisse sind tolle Möglichkeiten sein Können zu zeigen, leckere, schöne und schicke Sachen zu kaufen, sich an Spielständen zu erproben oder Vorführungen zu bewundern.

In der 2. Woche verdichtet sich die Atmosphäre im Museumsdorf. Rund um die Burg ertüchtigen sich die angehenden Ritter, scharren die Hühner und am Lagerfeuer werden deftige Speisen zubereitet. Das erste vor Ort gelegte Ei von Henne Amelis wird stolz verarbeitet und ist sogar einen Zeitungsartikel wert. Vor dem Zünftehaus dreht sich die fußbetriebene Töpferscheibe. Rhythmisches Hämmern der Kupferschmiede und die Schellenstäbe der Gaukler bilden die Geräuschkulisse, der Lehmofen wird nun befeuert und steuert mit Bratäpfeln und Broten die passenden Gerüche bei. So wird das Museumsdorf zum Publikumsmagneten. Vorbei an den Wachen scheint man durch die Tore eine andere Welt zu betreten. Schlangen kommen zu Besuch aus dem Aquazoo vorbei und ein Falkner bringt einen Adler und Jagdfalken mit.

Die Kombination von moderner Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museumsdorf ergibt reizvolle Kontraste, wenn z.B. im Linienbus ein Pestarzt Platz nimmt, ein Ritter am Kiosk mit Düsseleuro einkauft oder wenn man aus dem Wahrsagerzelt heraustritt, noch mit dem Bratapfelgeruch in der Nase durch das Museumstor nach draußen tritt und sich mitten in einem Flashmob zur fetzigen Musik vom Tanzstudio wiederfindet.

Die Infrastrukturen entwickeln sich mit der gewohnten Geschwindigkeit. Häuserreihen entstehen, dadurch bilden sich Verkehrswege, Straßen und Gassen. Das Autowerk hat einen Bus, zwei Taxen und eine Luxus-Rikscha und zahlreiche Mietwagen in Betrieb, dazu kommen die privaten Seifenkisten.

Um den Überblick zu behalten werden Bushaltestellen eingerichtet, Verkehrsschilder montiert und Straßennamen erfunden. Wo sich die Pommes-Fritten-Allee mit der Fortuna-Fan-Gasse kreuzt, hält der Bus halbstündlich auf dem Weg zwischen Stadthalle und Museumsdorf. Und wem die Wege immer noch zu weit sind, der kann das neu eingeführte Postsystem nutzen und seine Nachrichten in den nächsten Briefkasten werden. Auch wenn manche Bewohner keine feste Adresse haben, sind die Briefträger sehr findig im Zustellen.

Politisch gesehen ist dieses Jahr durch eine große Kontinuität geprägt. Die „Düsseldörfler“ werden auch in der 2. und 3. Woche als amtierende Partei bestätigt und können so in aller Ruhe ihre Versprechen umsetzen und erweitern. Die beliebte Chillerlounge mit Aussicht auf die gewachsene Stadt wird mit Kissen noch attraktiver gestaltet, ein Radschlägerdenkmal wird in Auftrag gegeben und Wasserspiele und eine Wasserrutsche am Hang als beliebte Freizeitereignisse organisiert.

In der dritten Woche wetteifern zahlreiche Großveranstaltungen um Teilnehmer und Zuschauer: Beim Seifenkistenrennen treten 5 Teams an, spektakulär ist das Zeitungsteam, das im wahrsten Sinne des Wortes als „Rasende Reporter“ im Akki-Aktuell-Mobil antritt. Das „Turnier Spectaculum“ lädt dazu ein, Knappen, Ritter und Mägde der Burg beim Ringstechen und anderen Disziplinen zu bestaunen. Auch der Ritterschlag wird zelebriert, beim Fußballturnier pfeift eine Schiedsrichterin, die alles sieht und wer jetzt noch kein Düsseldörfchen – T-Shirt hat, reiht sich schnell in der Schlange vor dem Juwelier ein, wo es die begehrten Erinnerungsstücke mit dem aktuellen Logo für 15 Düsseleuro zu kaufen gibt.

Am letzten Freitag bringt das Stadttheater mit 25 DarstellerInnen und einer modernen Fassung von „Romeo und Julia“, in der Julia mit ihren Freundinnen per Skype kommuniziert, die Bühne und das bis zum letzten Platz gefüllte Zelt zum Beben.

Zitat: „Oh du grausamer Mensch. Hast du keinen Tropfen in der Flasche gelassen, damit deine Frau dir folgen kann? Ach Romeo, was fang ich an…“

…ohne Düsseldörfchen?

  • Datum: 22.07. – 09.08.2013
  • Ort: Südpark
  • Dauer: 15 Tage à 8 Std
  • Nutzung: 290 Kinder
  • Struktur: 18 Werkstätten, 41 Betreuer
  • Eine Veranstaltung im Rahmen der Düsselferien des Jugendamtes